
Vereinbarkeit ist mehr als ein Schlagwort – sie ist das, was viele Eltern täglich jonglieren: Familie, Job, eigene Projekte, Termine. Und manchmal scheint es, als müsste man sich entscheiden. Muss man aber nicht – Tadah hat gezeigt, dass es auch anders geht. In einem lichtdurchfluteten Coworking Space mitten in Zürich verband Tadah, was oft getrennt gedacht wird: konzentriertes Arbeiten und professionelle Kinderbetreuung. Ein Ort, an dem Vereinbarkeit nicht nur mitgedacht, sondern gelebt wurde. Ich habe von Tadah in meiner ersten Schwangerschaft erfahren – bei einem zufälligen Gespräch auf einer Party mit Co-Gründerin Julia. Später, als meine Tochter auf der Welt war, sass ich dann tatsächlich dort: mit Laptop, Ideen und dem Wunsch, an meinem Herzensprojekt Upendo weiterzuarbeiten. Während ich oben fokussiert arbeiten konnte, hatte meine Tochter unten im Kids Space richtig viel Spass.

Tadah war offen, unkompliziert, warm – ein Ort, der Eltern vertraute und Kinder willkommen hieß. Hier war es selbstverständlich, dass Mamas zum Stillen kurz die Treppe runtergingen oder man spontan zum Kind huschte, wenn’s nötig war. Die Stimmung? Professionell, aber entspannt. Engagiert, aber nie verbissen. Es war spürbar: Dieser Ort wurde mit Liebe und Haltung gebaut. Kein Wunder, dass Tadah mit dem Swiss Design Award ausgezeichnet wurde und über 15.000 Menschen auf Social Media begeistern konnte. Mit einem jungen, humorvollen Auftritt, mit klaren Botschaften und liebevoll gestalteten Kampagnen hat Tadah es geschafft, das Thema Vereinbarkeit neu zu denken – und frischen Wind in eine oft verstaubte Diskussion zu bringen.
Die Gründerinnen haben letztes Wochenende beim Abschiedsfest gesagt: "Tadah hat die Schweiz ein Stück mitverändert." Dem stimme ich zu. Denn sie haben gezeigt, dass gute Arbeit und glückliches Familienleben kein Widerspruch sind – sondern sich gegenseitig stärken können. Dass Vereinbarkeit nicht Privatsache ist, sondern Teil von Unternehmenskultur, Führung und gesellschaftlichem Fortschritt sein sollte.
Ja, Tadah schliesst seine Türen, aus finanziellen Gründen. Aber das, was dort entstanden ist, bleibt. In unserer Haltung, in unseren Ideen, in dem Wunsch nach mehr Orten wie diesem. Tadah war kein Ende, sondern ein Anfang. Danke für den Mut, für das Ausprobieren, fürs Andersmachen. Wir machen weiter.
